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Stand: Oktober 2026. Wer eine Immobilie direkt an einen Käufer verkaufen möchte, stellt sich früher oder später die Frage: Wie kommt das Angebot zustande, und auf welcher Grundlage wird bewertet? Der Direktankauf folgt einer anderen Bewertungslogik als ein klassischer Maklerverkauf über ein Portal oder einen Makler. Dieser Beitrag erläutert, welche Faktoren das Angebot beeinflussen, was der Begriff Verkehrswert gesetzlich bedeutet – und wann ein Direktverkauf für Eigentümer in Osterholz-Scharmbeck die passende Entscheidung sein kann.
Im Immobilienrecht ist der Verkehrswert gesetzlich definiert: § 194 BauGB beschreibt ihn als den Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften des Grundstücks erzielt werden könnte. Dieser Wert entsteht nicht durch Behauptung, sondern durch methodische Bewertung – etwa durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Ein solches formelles Gutachten ist aufwendig und kostenpflichtig; es ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Wertnachweis für rechtliche Zwecke benötigt wird, zum Beispiel bei einer Erbauseinandersetzung oder einem Scheidungsverfahren.
Davon zu unterscheiden ist eine Markteinschätzung auf Grundlage lokaler Kenntnis: Sie gibt einen Anhaltspunkt, welcher Preis in der aktuellen Marktlage realistisch erscheint, ist aber kein Verkehrswertgutachten.
Der Ankaufspreis eines Direktkäufers ist eine dritte Größe. Er berücksichtigt Kosten und Risiken, die ein Direktkäufer trägt: Renovierungs- und Instandsetzungsaufwand, Transaktionskosten und ein unternehmerisches Risiko. Ein Direktkäufer übernimmt das Objekt schnell, im Ist-Zustand und ohne monatelangen Vermarktungsprozess. Das erklärt, warum der Ankaufspreis unterhalb eines theoretisch erzielbaren Marktpreises liegen kann. Für Eigentümer ist die entscheidende Frage nicht, ob das Angebot der höchste denkbare Preis ist, sondern ob er zur eigenen Situation passt.
Ein Direktkäufer kalkuliert auf Grundlage mehrerer Faktoren:
Wenn Sie wissen möchten, wie Haake Immobilien Ihr Objekt einschätzt, können Sie eine kostenlose Markteinschätzung anfragen.
Eine besondere Variante des Direktankaufs ist das Modell, bei dem der bisherige Eigentümer nach dem Verkauf im Objekt wohnen bleibt. Für diese Konstruktion gibt es unterschiedliche rechtliche Wege.
Beim mietvertraglichen Modell schließt der Käufer mit dem ehemaligen Eigentümer nach dem Verkauf einen Mietvertrag ab. Wird die Immobilie später weiterverkauft, gilt § 566 BGB: Der neue Erwerber tritt an die Stelle des Vermieters in den bestehenden Mietvertrag ein. Der Mieter ist damit auch bei einem Weiterverkauf geschützt.
Beim dinglichen Wohnungsrecht wird ein Recht im Grundbuch eingetragen, das den Inhaber berechtigt, ein Gebäude oder einen Teil davon unter Ausschluss des Eigentümers zu bewohnen (§ 1093 BGB). Dieses Recht ist an eine Person gebunden und geht nicht auf Erben über. Es bleibt bestehen, wenn die Immobilie später verkauft wird. Bei einer Zwangsversteigerung aus einer Grundschuld, die im Grundbuch vor dem Wohnungsrecht steht, erlischt es jedoch; deshalb kommt es auf die Rangstelle an. Ob ein dingliches Wohnungsrecht oder ein Mietvertrag für eine konkrete Situation geeignet ist, sollte ein Notar klären.
Beide Varianten beeinflussen den Ankaufspreis. Wenn Sie über einen Direktverkauf mit Wohnrecht oder Rückmietung nachdenken, nehmen Sie Kontakt auf – Haake Immobilien erläutert die Möglichkeiten für Ihre Situation.
Osterholz-Scharmbeck ist die Kreisstadt des Landkreises Osterholz und liegt im Norden Niedersachsens zwischen Bremen und der Nordseeküste. Eigentümer, die einen Direktverkauf erwägen, sollten einige regionale und steuerliche Aspekte im Blick behalten.
Laufende Kosten für ein ungenutztes oder leerstehend geerbtes Objekt summieren sich. Der Grundsteuer-B-Hebesatz beträgt in Osterholz-Scharmbeck ab 2026 laut Satzung über die Festsetzung der Realsteuerhebesätze der Stadt Osterholz-Scharmbeck vom 18. Dezember 2025 615 Prozent. Diese Belastung kann den Handlungsdruck für einen zügigen Verkauf erhöhen.
Bei der steuerlichen Seite des Verkaufs ist § 23 EStG zu beachten: Ein privates Veräußerungsgeschäft kann steuerpflichtig sein, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre liegen. Ausgenommen sind Objekte, die im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren – oder durchgehend seit der Anschaffung – zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. Für eine Einschätzung des Einzelfalls ist ein Steuerberater hinzuzuziehen.
Zur Vorbereitung des Verkaufs empfiehlt sich ein Blick auf die Checkliste: Verkauf vorbereiten.
Ein Direktankauf kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein:
Ein Direktverkauf ist dagegen möglicherweise nicht die passende Wahl, wenn das Objekt in gutem bis sehr gutem Zustand ist, kein Zeitdruck besteht und der höchstmögliche Erlös Vorrang hat. Eine ehrliche Beratung benennt beide Möglichkeiten.
Eine erste Markteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich. Sie ist kein Verkehrswertgutachten, sondern eine Einschätzung auf Grundlage lokaler Marktkenntnis. Ein formelles Verkehrswertgutachten durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen ist kostenpflichtig und vor allem dann angezeigt, wenn der Wertnachweis für rechtliche Zwecke benötigt wird.
Der Grunderwerbsteuer unterliegt bereits der Kaufvertrag über die Immobilie (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG); übernommen wird sie in der Regel vom Käufer. In Niedersachsen beträgt der Steuersatz 5,0 Prozent (Stand: Oktober 2026); bemessen wird er am Kaufpreis, bei einem dem Verkäufer vorbehaltenen Wohnungsrecht einschließlich dessen Werts (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG). Wer die Steuer trägt, wird im notariellen Kaufvertrag nach § 311b BGB verbindlich geregelt; ein Notar klärt die Kostenverteilung im Einzelfall.
Nützlich sind ein möglichst aktueller Grundbuchauszug, der Energieausweis, Grundrisse sowie – bei vermieteten Objekten – Mietverträge und Betriebskostenabrechnungen. Sind nicht alle Dokumente sofort verfügbar, ist das kein Hindernis für ein erstes Gespräch; fehlende Unterlagen lassen sich nachreichen.

Über den Autor
Inhaberin und Immobilienkauffrau
Inhaberin von Haake Immobilien, ausgebildete Immobilienkauffrau, begleitet Eigentümer in Bremen und im Landkreis Osterholz persönlich durch den Verkauf.
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